Institut für elektrische Anlagen und EnergiewirtschaftDer zielgerichtete Einsatz von Cloud Computing könnte die deutsche Energiewirtschaft deutlich voranbringen. Allerdings hemmt insbesondere die Sorge um mangelnde Sicherheit gespeicherter Daten deutsche Energieversorger, das Potenzial der Technologie zu nutzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung im Rahmen der Software-Engineering-Vorlesung im Studiengang BearingPoint in Zusammenarbeit mit dem Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der RWTH Aachen. Im Rahmen der Studie wurden knapp 100 Entscheidungsträger der deutschen Energieunternehmen befragt – darunter e.on, RWE, EnBW und Vattenfall. Die Experten zeigten sich einig: Innovationen wie Smart Meter und Smart Grid sorgen für rasant wachsende Datenmengen und steigende Kommunikationsanforderungen. Diese könnten laut Mehrheit der Befragten (70 Prozent) durch den Einsatz von Cloud Computing kosteneffizient bewältigt werden. Das wiederum sieht ein Großteil der Befragten auch als Motor für verbesserte Prozesse und Serviceangebote. Trotzdem sind die Energieversorger zögerlich: 80 Prozent halten den Schutz kundenspezifischer und systemrelevanter Daten für nicht ausreichend.

#bearingpointDie Hälfte der Befragten sieht Cloud Computing als geeignete Technologie, die den Ausbau eines intelligenten Marktes vorantreibt (“Smart Market”). Laut Meinung der Experten kann zum Beispiel eine Cloud Computing basierte IT-Plattform dezentral und erneuerbar erzeugten Strom kosteneffizient auf regionalen Marktplätzen anbieten. Damit es soweit kommt, sehen jedoch 90 Prozent die Notwendigkeit, dass die hierfür erforderlichen Investitionen in die Infrastruktur regulatorisch refinanziert werden können. Nur 27 Prozent erachten hierfür ein grundlegend neues Marktmodell, wie zum Beispiel auf Basis des momentan diskutierten Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG), für relevant. Die Hälfte der Befragten befürchtet, dass eine kosteneffiziente Marktintegration dezentral erzeugter Energien mittels Cloud Computing in den kommenden Jahren überhaupt nicht realisierbar sein wird. Der technische Aufwand und die mangelnde Akzeptanz bei den Betreibern von Anlagen für erneuerbare Energien werden als Gründe hierfür angeführt.