Auf Basis von Arbeiten der Arbeitsgemeinschaft “Intelligente Netze und Zähler” der Plattform “Zukunftsfähige Energienetze” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) einen Fahrplan entwickelt, um den Umbau des Energiesystems hin zu intelligenten Energienetzen bis zum Jahr 2022 zu ermöglichen.

BMWi-Staatssekretär Stefan Kapferer kommentierte: “Die komplette Umstellung auf Erneuerbare Energien (EE) erfordert erhebliche Anstrengungen auch beim Umbau der Verteilernetze – Wirtschaft und Politik müssen hier an einem Strang ziehen. Ich begrüße daher, dass der BDEW in seiner Roadmap maßgebliche Gedanken der Arbeitsgemeinschaft “Intelligente Netze und Zähler” unserer Netzplattform aufgegriffen hat. Dies unterstreicht den Stellenwert dieser Arbeitsgemeinschaft. Noch 2013 werden wir ein erstes Verordnungspaket für intelligente Energienetze anstoßen; auf Basis der Ergebnisse unserer Verteilernetzstudie wird 2014 ein weiteres folgen.”

In der Arbeitsgemeinschaft kommen Akteure aus den Bereichen Energie, Informations- und Kommunikationstechnologien, Industrie, Verbraucher- und Datenschutz sowie Vertreter von Bund und Ländern zusammen. Sie arbeiten an Vorschlägen für Marktregeln und an einem Entwicklungsplan für intelligente Energienetze.

Update – Energiepolitik ist ein Beitrag zu Wachstum u. Wettbewerbsfähigkeit
Beim heutigen Energieministerrat in Brüssel standen die Themen Energiebinnenmarkt, die Potenziale der Energiepolitik zur Steigerung von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sowie der Richtlinien-Vorschlag zur Änderung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie und der Kraftstoffqualitätsrichtlinie im Vordergrund. Kapferer: “Für den Energiebinnenmarkt sind fünf Punkte entscheidend:
1. Binnenmarktregeln und Wettbewerbsvorschriften konsequent anwenden und durchsetzen.
2. Grenzüberschreitende und intelligente Energieinfrastrukturen ausbauen. Dabei sollte die Entwicklung zu einer EU-weiten Marktkopplung von den etablierten Regionalinitiativen ausgehen.
3. Verbraucher stärken durch leicht zugängliche Informationen zum Anbieterwechsel und durch klare Verbraucherrechte.
4. Klären, ob der so genannte Energy Only-Markt ausreichende Signale für Investitionen in Kraftwerke setzt.
5. Mehr Marktintegration und Wettbewerb beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, damit die Kosten der Förderung für die Verbraucher und Unternehmen so gering wie möglich gehalten werden.”

Kapferer weiter: “Die EU-Energieeffizienzrichtlinie muss jetzt zügig in vollem Umfang in allen Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Marktorientierte Maßnahmen sollten dabei bevorzugt werden. Ziel muss dabei sein, Wirtschaftlichkeit und Kosteneffizienz zu beachten und bürokratische Belastungen gering zu halten. Forschung und Entwicklung sind hier der Schlüssel zu Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Mit unserem “Berliner Modell” können gemeinsame Forschungsprojekte mit europäischer Bedeutung durch Nutzung nationaler Förderinitiativen mehrerer Mitgliedstaaten unbürokratisch umgesetzt werden.”